Nach der überraschenden Auswärtspleite in Wieblingen, wollten die Gastgeber eine Reaktion zeigen, um vor allem auch den Abstand auf Platz drei zu wahren. Die Gäste aus Wiesloch hingegen hatten sich mit der Trikotwahl eine besondere Taktik gegen die angeschlagene Psyche der Paramonov-Parade überlegt: Mit Trikots, die optisch denen der Nusslocher 1b glichen, wollte man wohl alte Wunden aufreißen und die Gastgeber zusätzlich verunsichern.

 Auf Heidelberger Seite setzte vor allem Schlossherr Schlöder mit seiner neuen Krone alles daran, im Psychobattle auszugleichen. Als Mad-Matze auftretend, sollte den Gegnern die letzte Chance auf einen Torerfolg genommen werden.

Dennoch taten sich die Jungs vom Hasenleiser anfangs schwer, denn wie Commander Callies weiß:

„Unsere Mühlen mahlen langsam“

Auch wusste keiner so genau, ob es wohl irgendwo eine Streckensperrung gab, denn der ICE fuhr in den Anfangsminuten nicht über den Hauptbahnhof, sondern von Wiesloch direkt durch den Hasenleiser. Nur wenig hatte die berittene Garde dem Wieslocher Angriffstempo entgegenzustellen (6:6, 10. Min). Ein Doppelwechsel nach zehn Minuten brachte zumindest ein bisschen mehr Stabilität, jedoch wurde die Reitergarde immer noch zu häufig überholt (11:10, 22.Min). Doch wie schon Kaiser Wilhelm II. wusste: „Ich glaube an das Pferd“, denn alles andere ist eine vorübergehende Erscheinung, so auch der Wieslocher Schnellzug. Nach etwa 20 Minuten konnten die Kohlen aus dem Feuerkessel, der Zug gebremst und die Weichen wortwörtlich auf Sieg gestellt werden. In der Folge gelang es den Knights, sich erstmals abzusetzen (17:12, 30. Min). Auch die direkte Manndeckung gegen Daniel Weigel in der zweiten Halbzeit konnte den Wieslocher Zug nicht mehr ins Rollen bringen, stattdessen lief nun die vielzitierte Mühle, sodass man sich an das Weizenwunder gegen Rot erinnert fühlte. Als dann auch noch Comebackwunder Höchst das Tor vernagelte, war das Mindgame endlich beendet. Mentalitätsprobleme gibt es also weiterhin nur in Dortmund. Einige gerissene Trikots später, beendeten die souveränen Schiedsrichter Marterer/Thome unter tosendem Applaus von Rechtsaußen das Spiel (35:26, 60. Min).

Das letzte Spiel des Jahres für die PSV-Herren steht am 22.12. in Dielheim an. Gemäß des Zeitgeistes gilt auch dann das Motto: nehmen, statt geben. Mit dann hoffentlich zwei zusätzlichen Punkten im Gepäck geht es dann in die wohlverdiente Winterpause.

Schlöder (TW), Höchst (TW); Winterbauer, Förch (2/1), Heck (2), Callies (5), Schmitt, Bitsch (6), Keßler, Krambs (6/2), Hambrecht (5), Weigel (7), Kuban (2), Billinger