4. KL: HSG Meckesheim/Eschelbronn 2 vs. PSV Knights HD 3 │ 23 : 24

Unser Saisonauftakt startete mit einem Auswärtsspiel in Eschelbronn. Wer jetzt das Ergebnis sieht denkt vielleicht, dass es sich um ein normales, wenn auch enges, Handballspiel gehandelt hat bei dem der besser und/oder glücklichere das Spielfeld als Sieger verlassen hat. Aber weit gefehlt! Hinter diesem Ergebnis steckt mindestens eine kleine Sensation die man als Handballspieler im Herrenbereich wohl selten oder nie erlebt.
Der Grund: Wir mussten zu diesem Auswärtsspiel mit nur vier(!) Feldspielern und zwei Torhütern antreten.

Im Einzelnen: Obwohl nominell 12 Spieler im Kader der 3. Mannschaft sind zeichnete sich schon einige Tage vorher ab, dass aus beruflichen und privaten Gründen wohl gerade einmal sechs Feldspieler anwesend sein können. Nicht schön, aber für eine 3. Mannschaft auch leider nicht so unüblich. Am Tag vor dem Spiel reduzierte sich die Anzahl der Feldspieler auf fünf, wenige Stunden vorher auf vier + unsere beiden TW Teddy und Fred.

Den Gedanken das Spiel abzusagen bzw. nicht anzutreten wurde schnell aus finanziellen (Strafe) und sportlichen Gründen von den „Restspielern“ verworfen. Also ab nach Eschelbronn und das beste aus der Situation machen. Der Mut sank und der Galgenhumor stieg, nachdem wir unseren Gegner eintreffen sahen. Im Gegensatz zur Begegnung in der letzte Saison erwartete unser eine sehr junge, neu formierte, Mannschaft von A-Jugendspielern mit Doppelspielrecht und frisch in den aktiven Bereich gewechselten Spielern der HSG. Gefühltes Ø-Alter: 18 Jahre.

Unser Daten: 71,65,60,66,89,57 – 282 – 47 (Jahrgang / Gesamtalter / Ø-Alter)! Aber man muss ja Ziele haben. Wir nahmen uns angesichts dieser Konstellation vor, nicht mehr als 40 Gegentore zu bekommen und selber 20 zu werfen.

Das Spiel startete unerwartet ausgeglichen und bis zur 7. Minute stand es nur 3:3. Bis zur 14. Minute setzte sich die HSG auf 7:4 ab und unsere erste Auszeit war fällig. Dies war weniger dem Spielstand geschuldet, sondern wir brauchten einfach eine Erholungspause. Zu diesem Zeitpunkt wurde uns auch langsam klar, dass wir trotzt unser nur vier Feldspieler wahrscheinlich keine „Klatsche“ bekommen und das Ergebnis evtl. in erträglichen Bahnen halten könnten. Zumal schon einige gute Torchancen von unserer Seite nicht genutzt wurden. Nach der Auszeit begann dann eine unglaubliche Geschichte. Bis zur 20. Minute konnten wir den Ausgleich zum 8:8 erzielen. Die HSG bekam in Folge einen 7-Meter zugesprochen und Teddy wechselte mit Fred im Tor – erfolgreich. Fred hielt dann nicht nur diesen 7-Meter, sondern gleich hintereinander drei freie Tempogegenstöße. Und vorne nutzten wir unsere Chancen. So gingen wir mit 10:12 in die Halbzeit. An Gewinnen hat hier natürlich noch keiner von uns gedacht, eher daran die „Schnappatmung“ unter Kontrolle zu bekommen. Nach der Halbzeitpause erwarteten wir von der HSG mehr Tempo und das sich schlussendlich auch die fehlenden Kräfte bei uns bemerkbar machen werden.

Die HSG kam auch engagiert aus der Kabine, die Führung in diesem Spiel sollten wir aber nicht mehr abgeben. Über 10:13, 17:19 bis zum 20:24 in der 53. Minute konnten wir in Front bleiben. Dann begann das große Zittern. In der verbleibenden 7. Minuten gelang uns kein Tor mehr. Die HSG stellte um und nahm einen von uns in Manndeckung.  Teddy wechselte sich daher als zusätzlicher Feldspieler und Anspielstation ein. Die HSG holte aber Tor um Tor auf, 23:24 in der 56. Minute. Diesen Vorsprung konnten wir dann, auch begünstigt durch eine 2-Minuten-Strafe der HSG in der 58. Minute, bis zum Schluss halten. In den letzten Tempogegenstoß der HSG ertönte die Schlusssirene. Spiel aus – Spiel gewonnen! Ungläubiges schauen auf die Ergebnisanzeige in der Halle von den Zuschauern, Gegnern und auch von uns. Und dann, soweit es die Kraft noch zuließ, Jubel…

Nun, wie kann man mit vier Feldspielern und zwei TW ein Sieg gegen eine voll besetzte Mannschaft in derselben Liga erringen? Wir wissen es nicht! Die HSG als sehr junge Mannschaft hat natürlich noch wenig Erfahrung. Gegen Mannschaften in Unterzahl, und schon gar nicht gegen vier, spielt man eher selten und die Gefahr im Kopf das Spiel schon vorher gewonnen zu haben ist sicher groß. Und als junger Spieler gegen „alte“ zu spielen ist auch nicht so einfach – wer kennt das nicht als erfahrener Handballer.

Und wir? Aus der Not eine Tugend gemacht. Vorne sehr laaange gespielt und entweder die sich dann bietende Torchance genutzt oder 7-Meter zugesprochen bekommen…und alle verwandelt. Und natürlich viel Glück. Das soll uns aber auch egal sein, so ein Erlebnis und Sieg dürfte wohl einmalig in der Handballkariere sein

Es spielten: Fred, Teddy, Eddi (2), Michael (6), Jens (6/8), Süleymann (2)

Zeitstrafen: HSG Meck/Esch.  - PSV Knights HD:    4:1 

   
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